Die gestohlene Zeit


Warum Pünktlichkeit eine wertvolle Tugend ist

Scheinbar verwechseln heute viele Menschen persönliche Freiheit damit, zu Terminen nicht oder zu spät zu erscheinen. Dieses Spiel mit der Zeit der Mitmenschen finden nicht alle gut. Daher lesen Sie heute über diesen wesentlichen Faktor in unserem Leben: Die Zeit.

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Beschreibung

Zeit ist zum einen einfach nur die Uhrzeit. Zu lesen als reine Sachinformation. Zeit bedeutet zum anderen für jeden einzelnen von uns viel mehr: Zum Beispiel Zeit für Sport, Zeit für die eigenen Kinder, Zeit für sich selbst. Zeit beschreibt auch einen Lebensabschnitt: Kindergartenzeit, Schulzeit, Arbeitszeit, Rentenzeit – oder die Jahreszeiten in regelmäßiger Wiederkehr.

Zeit gestohlen

Jeder wünscht sich, sich seine Zeit so gut es geht selbst einzuteilen. Eine Voraussetzung dafür ist es, das die Mitmenschen sich an vereinbarte Zeitabsprachen halten, zu denen auch die Pünktlichkeit zählt. Drei Beispiele:

  1. Per Online-Kleinanzeigen wollte ich Kinderkleidung verkaufen. Eine Interessentin fragte mich, ob sie mit ihrem Kind am Nachmittag vorbeikommen könne zur Anprobe. „Klar, gerne. Ich muss sowieso zu Hause sein, da die Handwerker da sind.“, sagte ich ihr zu. Was passierte? Die Interessentin kam nicht, ohne Information. Auch am nächsten Tag hörte ich nichts von ihr. Erst auf meine Nachfrage kam ein „ach ja, entschuldigen Sie, ich habe woanders schon das Kleidungsstück bekommen.“
  2. Nachdem ich einen Käufer für mein altes Auto gefunden hatte, sagte dieser zu, am nächsten Tag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr zur Abholung zu kommen. Er wollte sich ungefähr eine Stunde vor Ankunft bei mir melden. Gute Idee, wie ich fand. Ich war rechtzeitig zu Hause und wartete 1 Stunde. Wartete 2 Stunden über die vereinbarte Zeit. Ohne Anruf. Erst auf mein Nachfragen hin erhielt ich die Auskunft, es werde später… Also musste ich zu Hause bleiben und weiter warten… Bis 18.00 Uhr!
  3. Um 10.00 Uhr war ein Gesprächstermin vereinbart. Mein Gesprächspartner kam 20 Minuten zu früh – ich war mitten in einem Telefonat, das ich abbrechen musste. Worte der Entschuldigung fand er nicht, im Gegenteil: Merklich im Zeitdruck übermittelte er mir die benötigten Informationen und verschwand wieder. Ich blieb zurück mit der Aufgabe, das Telefongespräch wieder aufzunehmen und meinerseits eine Entschuldigung zu finden.

Was will ich damit sagen? Ich halte es für grob unhöflich, andere nicht zu informieren, wenn eine Absprache nicht eingehalten werden kann und es später oder sogar früher wird. Das hat nichts mit persönlicher Freiheit und Individualität zu tun. Für mich ist das purer Egoismus. In Zeiten von Smartphones und sozialen Medien ist eine kurze Info äußerst einfach möglich. Ohne diese stiehlt mir jemand meine Zeit, und stehlen ist bekanntlich verboten ;-).

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Pünktlich sein zeigt moderne Umgangsform

Die modernen Umgangsformen sehen Pünktlichkeit, Absprachen einhalten und ähnliches als Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen. Anders ausgedrückt: Es ist respektlos, mit der Zeit meiner Mitmenschen zu spielen. Dabei gilt nicht nur das Zuspätkommen als unpünktlich, sondern auch sich zu verfrühen. Streng genommen sind 5 Minuten vor dem Termin noch zu früh!

Vielleicht ist der Gastgeber oder die Gastgeberin noch mit letzten Vorbereitungen beschäftigt? Vielleicht will der Seminarleiter oder die Seminarleiterin einige Punkte der Agenda nochmal durchgehen? Vielleicht hat jemand für einen Termin ein anderes Vorhaben schweren Herzens abgesagt? Sicherlich fallen Ihnen selbst noch viele Beispiele ein, warum pünktlich sein eine wertvolle Tugend ist.

Kinder verstehen pünktlich sein leicht

Zur Pünktlichkeit können wir Kinder leicht ermutigen. Zum einen kennen sie die Pflichtzeit in der Schule – und den Ärger, wenn sie zu spät kommen. Zum anderen erleben sie es selbst als äußerst ärgerlich, wenn Freund oder Freundin nicht zum vereinbarten Spieltermin erscheinen – ohne Begründung. Alleine das Warten beim Zuspätkommen ist für die Kinder beinahe unerträglich.

Stehlen wir also anderen nicht die Zeit, sondern halten wir uns an die Terminvereinbarungen, dann können wir unsere eigene Zeit auch nach unseren Wünschen einteilen. Und unsere Mitmenschen ebenso. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfüllte Adventszeit.

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Wünschen Sie sich bei einem mehrgängigen Menü, das Sie dieser Tage genießen, die Tischmanieren zeitgemäß aufzufrischen? Schauen Sie gleich in meinen Terminkalender, vielleicht ist schon ein Workshop für Sie dabei. Sonst freue ich mich auf Ihre persönliche Anfrage.

 

Schnitzel am Spieß zum Schulanfang?! Welche Fertigkeiten übersehen werden


Tischmanieren für Kinder im Grundschulalter? Klar, sagen die einen. Unwichtig, sagen die anderen. Lesen Sie hier von Erna und Georg, zwei Kinder auf dem Weg in die Grundschule und meinen Erfahrungen als Mutter und Knigge – Trainerin beim gemeinsamen Essen am Tisch.

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Der erste Schultag – Eltern sind mächtig stolz auf Ihre Schützlinge, dürfen es auch sein. Allerdings mischt sich auch Unbehagen darunter: Kommt mein Kind zu Recht im „harten“ Schulleben, an wen oder was wird es sich orientieren? Weiß es, was sich gehört – und was nicht? Vieles sollen und werden Kinder im Zusammensein mit ihren Mitschülern, Lehrern und Erziehern herausfinden. Es hilft Kindern allerdings, abseits des Ausprobierens Input zu bekommen, warum sie mit Ihrem Verhalten anecken oder eben nicht. Um was geht es?

Bis jetzt hießt es von den Erwachsenen immer „wie süß, nicht schlimm, ist ja noch so klein“, wenn Erna und Georg ein großes Bäuerchen am Tisch abließen oder sie nach Herzenslust geschmatzt haben. Im Kleinkindalter steht ohne Frage das Entdecken des Essens mit allen Sinnen im Vordergrund.

Schulreif werden

Im Vorschulalter wird dann der Schwerpunkt auf die Kompetenzen gelegt, die von der Schule zum Schuleintritt gefordert werden. Erna und Georg lernen schon jetzt Schwünge für die schöne Schrift, erstes Rechnen für den Mathematikunterricht, schönes Ausmalen, Basteln mit Schere und Kleber und viele weitere Fertigkeiten, die von der Grundschule zum Schuleintritt gefordert werden.

Und nicht nur die – eine ganze Liste von Fähigkeiten und Fertigkeiten gibt es von der Grundschule an die Eltern, die ihre Kinder bis zum Schuleintritt zu können haben. Dazu zählen neben den oben schon erwähnten zum Beispiel „Es sollte den Umgang mit dem Taschentuch, mit Seife und Handtuch beherrschen“, „Es sollte selbständig auf die Toilette gehen können.“, „Es sollte fähig sein, mit anderen auszukommen.“, „Es sollte Gesprächsregeln einhalten können.“ u.v.m. (Auszug aus den Informationen einer Grundschule zur Einschulung).

Doch eines, fällt mir auf, wird nicht gefordert: Das Verhalten beim Essen in Gemeinschaft am Tisch, der Umgang mit Besteck. Ist nicht auch das wichtig, in der Schule und später, wenn gemeinsam in der Mensa gegessen wird?

 

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Allein beim Mittagessen

Denn gerade jetzt wäre es wichtig, wenn die Kinder auch „den Umgang am Tisch sicher beherrschen“, wo so viel Neues auf sie einströmt. Auf einmal hören Erna und Georg nicht mehr „ist nicht schlimm“, sondern „lass‘ das, das macht man nicht“. Beim gemeinsamen Essen in der Mittagsbetreuung oder im Hort der Schule bzw. in der Mensa sind sie auf sich gestellt. Wissen sie noch nicht ansatzweise, wie sie in Gemeinschaft essen und mit dem Besteck richtig umgehen, dann werden sie unsicher und es kommt zu „auffälligem Verhalten“.

Das bestätigen auch meine Erfahrungen. Bei einem Praktikum in einer Grundschule betreute ich Kinder der ersten Klasse in der Mittagszeit, also auch beim Mittagessen. Da gab es viel Unsicherheiten und die tollsten „Hilfsmittel“ wurden erfunden, z.B. Schnitzel am Spieß, also auf der Gabel, und rundherum abessen, mangels Kenntnis der Messerbenutzung. Oder am besten gleich wie ein Brot in die Finger, wenn es nicht zu heiß ist.

Mit den Händen essen erlaubt

Um es jedoch gleich vorwegzunehmen: Selbstverständlich darf auch mit den Fingern gegessen werden – doch nur das Richtige. Wie zum Beispiel der Burger im Fastfood Restaurant oder die Pizza in einer reinen Pizzeria: Einfach handliche Stücke schneiden und am Rand anfassen. Sollte der Teig der Pizza in der Mitte nach unten durchhängen, hilft die Gabel, ihn elegant in den Mund zu befördern.

Das Warum ist wichtig

Zurück zum gemeinsamen Mittagessen in der Schule. Auch wenn Erna und Georg von zu Hause wissen, wie es eigentlich geht – in Gemeinschaft mit Gleichalterigen, auf sich allein gestellt, ist es anders. Hier muss sich behauptet werden, dumme Sprüche müssen abgewehrt werden usw.

Da wäre es gut, wenn genau diese Gemeinschaft der Kinder zusammen lernt, welche Verhaltensweisen am Tisch in unserem Kulturkreis gelten. Denn gerade im Grundschulalter sind die Kinder äußerst aufnahmefähig, suchen nach dem „Warum“ und speichern viele Gewohnheiten für später ab.

Die Präventivforschung hat ergeben, dass jetzt, bevor die Pubertät beginnt, gelernte Fertigkeiten und Verhaltensweisen das zukünftige Leben prägen. Also die beste Zeit, die Gebräuche beim gemeinsamen Essen am Tisch unseres Kulturkreises zu vermitteln.

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Auf die Wirkung achten

Leben wir unseren Kindern vor und geben Ihnen die Möglichkeit zu lernen, was später im gesellschaftlichen Leben beim gemeinsamen Essen am Tisch gefragt ist. Denken wir allerdings daran: Es geht nicht um die steife Etikette, die man sich schnell vorstellt, wenn das Wort „Tischmanieren“ fällt. Sondern es geht vielmehr darum, achtsam zu sein: Mit wem sitze ich wo am Tisch, wie wirkt mein Verhalten auf den anderen? Sich dem Anlass gerecht zu verhalten ist die Kunst, die wir unseren Kindern mitgeben sollten.

Was denken Sie? Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Meinung mitteilen.

Ketten sprengen? Du, Frau Müller…


…so sagen viele Kinder, wenn sie in die 1. Klasse der Grundschule kommen. Sollten sie denn nicht schon längst gelernt haben, dass Erwachsene von Kindern grundsätzlich mit „Sie“ angesprochen werden? In diesem Beitrag betrachte ich diese schwierige Frage: Du oder Sie in Schule und Beruf?

„Du“ im Kindergarten für die Nähe

Im Kindergarten dürfen die Kleinen selbstverständlich noch Du zur Erzieherin bzw. dem Erzieher sagen – so habe ich es erlebt und finde das auch gut so, denn es schafft Nähe und Vertrauen. Beides haben die Kinder ab 3, manchmal 2 Jahren dringend nötig, wenn Mama oder Papa nicht in der Nähe sind. Allerdings nehmen viele Eltern das Duzen der Erzieher/innen auch wie selbstverständlich für sich in Anspruch – und das halte ich doch für ziemlich respektlos.

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„Sie“ in der Schule für die Gesellschaft

Wenn die Kinder in die Schule kommen, haben Sie sich von den Eltern schon abgeschaut: Manche Erwachsene spreche ich mit Vornamen, manche mit Nachnamen an. Das „Sie plus Nachname“ als höfliche und respektvolle Ansprache von Erwachsenen verstehen die Kinder durchaus. In der Schule auf ein Siezen der Lehrkraft zu bestehen, halte ich auch für die Entwicklung des Kindes in der Gesellschaft für wichtig. Eine umfassende Studie ergab, dass das höfliche Siezen der Lehrkraft durch die Schüler/innen Höflichkeit und Respekt fördert und sogar den sprachlichen Ausdruck verbessert. Denn der Satzbau mit Sie ist wesentlich komplexer, gesprochen wie geschrieben. (vgl. Interview von Wolfgang Steinig/emeritierter Germanistikprofessor durch Martin Spiewak/DIE ZEIT vom 25.09.2017). Zudem gaukelt das Du den Kindern vor, Lehrkräfte wie Schüler/innen stehen auf einer hierarchischen Ebene und es gäbe die gleiche Vertrautheit wie im Familienkreis, was nicht der Fall ist. (vgl. Beitrag von Christine Kammerer). Vor allem für die jungen Schüler/innen schwer zu verstehen, wenn auf einmal Anweisungen und Bewertungen verteilt werden.

Sie könnten jetzt denken, die Engländer haben es einfach: Keine Unterscheidung zwischen „Sie“ und „Du“. Leider nein. Auch hier werden sprachliche Höflichkeitsformen verwendet, z:B. durch den Gebrauch von „Sir“ bzw. „Madam“. Zudem zeugt die Kleidung von Respekt: Die Schüler/innen tragen Schuluniform, die Lehrkräfte sind ebenso förmlicher gekleidet (vgl. Interview von Wolfgang Steinig/emeritierter Germanistikprofessor durch Martin Spiewak/DIE ZEIT vom 25.09.2017).

„Sie“ im Workshop

In meinen Workshops sprechen mich die Kinder meistens ganz von selbst mit „Sie“ an, da sie es aus der Schule zu gewohnt sind. Das ist auch mein Wunsch, auch wenn wir außerhalb der Schule sind und gemeinsam aktiv „arbeiten“. Warum? Der Workshop ist eine Plattform zum Üben und Lernen, wie Respekt und Höflichkeit ausgedrückt werden können. Dazu zählt auch die Grundregel, Erwachsene zu siezen. Im Workshop entsteht so eine respektvolle Nähe zwischen den Kindern und mir.

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„Sie“ und „Du“ im Geschäftsleben

Auch im Geschäftsleben unter Erwachsenen tun wir uns meiner Meinung nach keinen Gefallen, mit allen – über alle Hierarchieebenen hinweg – per Du zu sein, weil das heute modern scheint. Per Sie diskutiert es sich respektvoller und verbale Entgleisungen sind schwieriger. Sowieso bringt ein Du von „oben“ weder Moderne noch Nähe, wenn bisher die Unternehmenskultur eine ganz andere war.

Doch Achtung: Wenn sich ein Unternehmen wie zum Beispiel ein großes Möbelhaus oder ein Bekleidungsanbieter für das Du über alle Hierarchieebenen hinweg entschieden haben, dies auch im Unternehmen gelebt wird und Teil der Unternehmenskultur ist, werden Sie zum Außenseiter, wenn Sie auf das „Sie“ bestehen.

Was sagt die moderne Etikette?

Auch die modernen Umgangsformen halten es so: Im Beruf erst einmal „Sie“. Wenn das Du im Unternehmen üblich ist, dann hat der Ranghöhere die Aufgabe, das Du dem Rangniederen anzubieten. Im Privaten, außerhalb vom Familienkreis, Siezen die Jüngeren die Älteren. Die Älteren bieten den Jüngeren das Du an. Es zählen also Rang oder Alter, nicht das Geschlecht.

Adolph Freiherr von Knigge hatte damals in seinen Kreisen noch zwischen weiteren Formen der Anrede zu unterscheiden, was hier zu weit in die Geschichte gehen würde. Nur so viel: Die Zeiten, in denen auch Eltern oder Verwandte gesiezt werden mussten, sind glücklicherweise vorbei.

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Auch wenn die Grundregel lautet „Kinder siezen die Erwachsenen“ außerhalb des Familienkreises, so werden aus Kindern eben auch Erwachsene. Damit haben die älteren Erwachsenen die Pflicht, das Recht auf „Sie“ des jungen Erwachsenen zu respektieren. In den Oberstufen der Schulen wird abgefragt, doch wie sieht es zum Beispiel in der Nachbarschaft aus?

Meine Anrede im Blog

Lange habe ich auch für meine Blogbeiträge hin- und herüberlegt, erfahrene Blogger gefragt. Viele Für und Wider gehört. Am Ende habe ich mich für das „Sie“ entschieden: Schließlich würde ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch im analogen Leben nicht gleich Duzen, wenn wir uns das erste Mal begegnen.

Ketten sprengen

Den Kindern tun wir meiner Meinung nach einen Gefallen, in dem wir sie sensibilisieren für die Wirkung eines „Sie‘s“ und eines „Du‘s“. Ihnen erklären, wann welche Form der Anrede angebracht ist. Indem wir nicht starr an einer traditionellen Regel festhalten, sondern überlegen, was der Situation gerecht wird. Und beim Du den Respekt nicht verlieren.

Was denken Sie dazu? Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Meinung im Kommentarfeld schreiben.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema „Ketten sprengen“. Weitere interessante, lesenswerte Beiträge finden Sie hier:

Astrid Gövert: Sprenge die Ketten! Vertrau deiner Stimme

Daniela Heggmaier: Ketten sprengen: Selbst-PR analog, digital und hybrid

Doreen Trittel: Ketten – so und so…

Gaby Regler: Ketten sprengen: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nicht länger einfach hinnehmen

Schauen Sie öfter vorbei, es kommen noch weitere interessante Links hinzu.

 

#SchlossGenuss im barocken Flair: Brunch in Schloss Atzelsberg


In diesem Beitrag erfahren Sie im Rahmen der Blogparade #SchlossGenuss, organisiert von Andrea Hahn und Tanja Praske, meine Eindrücke vom klassischen Brunch in Schloss Atzelsberg im Mai 2018 und lesen, wie sich Kinder dabei wohlfühlen.

Ja, hier bin ich schon mal vorbeigelaufen, vor einigen Jahren, als die Kinder noch im Kindergarten waren. Unser Ziel war damals der Biergarten und der Spielplatz ein paar Meter weiter. Keine Sorge, ich werde jetzt nicht melancholisch, sondern genieße den sonnigen Tag. Wir sind hier zum Brunch in Schloss Atzelsberg bei Erlangen.

Entwicklung

Seine heutige Form erhielt das barocke Schloss Atzelsberg im Jahre 1705 durch Johann Conradt von Seutter, einen vermögenden Kaufmann aus Nürnberg und späteren Freiherrn von Seutter. Nur die steinerne Brücke über den Graben wurde erst 1790 von dem neuen Eigentümer Johann Andreas von Wahler erbaut. Alle Vorgängerbauten des Schlosses wurden durch die diversen Kriege in dieser Zeit immer wieder komplett zerstört. Erstmals urkundlich erwähnt ist ein Schloss an dieser Stelle im 15 Jahrhundert.

Nach dem Tod des Freiherrn von Seutter folgten einige Eigentümerwechsel, bis das Schloss im Jahre 2005 von der Stadt Erlangen an die Familiengesellschaft Schorr verkauft wurde. Diese sanierten mit Millionenbeträgen stilvoll das Schlossgebäude und die Scheunen. Da die Auflage der Stadt war, den Gastronomiebetrieb fortzuführen, kam Norbert Nägel 2008 dazu. Er baute das Anwesen zu einer angesehenen, gehobenen Veranstaltungs – und Genusslocation aus.

Ergreifende Atmosphäre

Wir gehen hinein uns fühlen uns gleich in einer ganz anderen Welt: Die Gemäuer riechen förmlich nach den Geschichten, die sie erlebt haben. Ein blauer Teppich führt uns die Treppe nach oben und wir werden empfangen von einer ruhigen, stilvollen Atmosphäre, die jedoch ganz und gar nicht bieder ist.

 

Wir treten tiefer ein in die Zeiten des Barock ganz ergriffen vom Ambiente. Die Räume tragen alle Namen, die an die lebendige Vergangenheit erinnern. Die freundliche Bedienung geleitet uns in den Wilhelminen Salon an unseren Platz. Alles ist liebevoll dekoriert mit Blumen, Kerzen und Schmuck. Die Tische sind namentlich versehen – das schafft eine persönliche Atmosphäre, wir fühlen uns sofort erwartet und willkommen.

Geführter Brunch

Der Brunch beginnt um 10.30 Uhr mit einem Frühstück und kalten Vorspeisen am Buffet. Um 11.30 Uhr wird die Suppe am Tisch serviert, ab 12.00 Uhr gibt es das warme Mittagessen am Buffet. Um 12.30 Uhr schließt sich das Dessert an. Das gefällt mir sehr gut: Ein zeitlich geführter Brunch! Bisher überforderte mich so ein ausgedehnter Brunch eher, doch muss ich hier keine Sorge haben, irgendetwas vom leckeren Buffet zu verpassen, sondern kann mich ganz auf den jeweiligen Gang konzentrieren. Herrlich! Ganz nebenbei verhindert dies den ungebührlichen Sturm auf das Buffet, wo gerne kreuz und quer viel zu viel aufgeladen wird, weil ja alles bezahlt ist. Der geführte Brunch hilft, die Speisenfolge einzuhalten und fördert ein respektvolles Verhalten am Buffet.

Ursprung Brunch

Ursprünglich kommt der Brunch aus einer ganz anderen Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts erstmals in England beschrieben, wanderte das Konzept über Amerika ab 1930 langsam zu uns. Wikipedia beschreibt Brunch als eine Zusammensetzung von „breakfast“ und „lunch“. Er beginnt am Vormittag und dehnt sich bis in den frühen Nachmittag aus.

Mit Kindern

Zurück zu unserem Brunch heute: Dieser zeitlich geführte Brunch hilft vor allem Kindern, sich aus der großen Auswahl am Buffet zu bedienen. Kinder sind willkommen; es gibt sogar preislich Vergünstigungen. Aus der Beobachtung heraus (ich bin selbst Mutter von zwei Kindern, heute allerdings ohne unterwegs) – sage ich allerdings: Kinder ab ca. 10 Jahren würden sich in einer kleinen Gruppe Gleichaltriger wohler fühlen, vielleicht auch unter dem Motto „heute sind wir eine feine Gesellschaft“. Familien mit kleineren Kindern rate ich zum Brunch in der Scheune – mit direktem Zugang zum Garten – und genauso leckerem Brunch. Entspannt Eltern und Kinder ;-).

Zum Genießen

Nun zum Essen: Ich beginne mit der kalten Vorspeise – ein Fest für die Sinne! Auf dem Foto oben eine kleine Auswahl der verschiedenen Köstlichkeiten. Anschließend genießen wir eine herrlich geschmackvolle Karottensuppe, serviert am Tisch.

Sehr angenehm finde ich es, zwischen den Gängen im Garten flanieren zu dürfen. An diesem sonnigen Tag besonders schön, auch wenn es zwischen den alten Wänden nicht zu heiß wird. Was mich persönlich begeistert: Keine Clubbändchen oder Stempel – volles Vertrauen! Denn gezahlt wird erst zum Schluss.

Zum Hauptgericht dürfen wir aus vier Varianten wählen: Fisch, Fleisch, Geflügel oder vegetarisch. Am Buffet ausgegeben. Ich wähle Wildlachs mit Zitronennote, mediterranem, knackigem Gemüse und Reis – sehr lecker! Leider verpassen wir das Dessert, da die Termine drängen und wir hier abbrechen müssen. Doch wir kommen wieder!

(Alle Fotos von Angelika Neumann)

Kinder sind auch Gäste


Binden Sie Ihre Kinder ein, dann haben Sie eine tolle Feier. Hört sich selbstverständlich an, doch Kinder sollen bei Hochzeiten, Jubiläen und ähnlichen formellen Feiern oft nur eines: ruhig sein und nicht stören. Kinder wollen jedoch auch gute Gäste und nicht abgeschoben sein. Lesen Sie hier einige Vorschläge, wie Sie die Kinder integrieren.

Gerade sitze ich hier am Tisch, gedankenversunken, ein Strauß Tulpen in gelb und rosa, schön dekoriert mit transparenter Tischdecke und Kerze, vor mir, die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel durch mein großes Fenster hinein. Im Radio sagen sie was von Traumhochzeit – diese Bilder habe ich gleich vor Augen. Herzlichen Glückwunsch auch an Kate zur Geburt ihres dritten Kindes, Louis Arthur Charles. Zwei Geschwister hat er, George und Charlotte. Da wird es auch in der royalen Familie ab und zu wild hergehen :-). Die drei Kleinen werden größer, sie werden an zeremoniellen Empfängen teilnehmen. Schon im Kindergarten gibt es dazu die ersten Umgangsformen und Tischmanieren zu lernen. Neben den Empfängen werden sie sicher – wie alle anderen Kinder auch – Gäste bei Geburtstagsfeiern, Jubiläen oder Hochzeiten sein. Eines haben sie gemeinsam: Sie sind Kinder mit eigenen Persönlichkeiten.

Urheber: racorn / 123RF Standard-Bild

Der Aperitif

Zurück zur Hochzeit: Eine wunderschöne Braut im romantischen weißen Hochzeitskleid, der Bräutigam elegant im Frack. Ein hübsches Paar, wie sie so am Sektempfang im Garten stehen, die Blumen blühen und die Sonne lacht mit ihnen um die Wette. Die Kinder, die meisten im Grundschulalter, einige schon in der Unterstufe, sind fröhlich. Sie begrüßen und beglückwünschen das Brautpaar formvollendet. Gut gemacht. Jetzt der Aperitif. Die Kinder bekommen ein Sektglas mit Orangensaft und halten es gekonnt am Stil. In diesem Kreis hat das Brautpaar als Gastgeber bestimmt schon am eigenen Glas genippt, da dürfen die Kinder auch gleich einen Schluck nehmen. Nun stehen die Erwachsenen in Grüppchen zusammen und unterhalten sich.

Was fühlen die Kinder?

Meine Gedanken wenden sich den Kindern zu: Wie fühlen die sich eigentlich auf solchen Feierlichkeiten? Ich bin kein Psychologe, doch meine Beobachtungen und Erfahrungen zeigen mir: Sie fühlen sich schnell gelangweilt, überfordert und abgeschoben: Ruhig sein, nicht auffallen, Fragen werden mit „nicht jetzt“ beantwortet usw. Was passiert? Viele werden „auffällig“, machen Quatsch oder werden frech. Liegt es nicht auch ein bisschen an uns Erwachsenen? Schon Adolph Freiherr von Knigge erkannte zu seiner Zeit im Umgang mit Kindern: „Lass Dich herab […] zu dem Tone, der ihnen nach ihrem Alter verständlich ist!“ (Zitat aus seinem Buch „Über den Umgang mit Menschen“, 1790, S. 135 im Nachdruck 2015)

Urheber: aaabbbccc / 123RF Standard-Bild</a

Kinderfreundliche Ideen

Wie können wir es besser machen, so dass sich auch die Kinder auf einer solchen Feier wohl fühlen? Hier lesen Sie einige persönliche Ideen, die selbstverständlich gerne im Kommentarfeld erweitert werden können:

  • Einbinden in den Smalltalk beim Aperitif – auch Kinder haben etwas zu erzählen.
  • Selbst einen Beitrag an die Hauptpersonen vorbereiten und präsentieren lassen
  • Einen Spielbereich einrichten, dazu Spiele, Bastel-und Malsachen etc. bereit stellen
  • Aus der Familie einen Teenie engagieren, der mit den Kindern spielt
  • Bei ausreichend Budget eine professionelle Kinderbetreuung engagieren
  • Kinderessen bei jedem Gang anbieten, falls die Kinder noch sehr jung sind
Urheber: byjeng / 123RF Standard-Bild</a

Bloß kein Kindertisch

Der Aperitif ist beendet, jetzt geht es zur aufwändig, fein gedeckten Tafel. Selbstverständlich essen die Kinder bei Ihren Eltern bzw. neben den Erwachsenen am Tisch mit. Ich lehne einen separaten Kindertisch ab; aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich Kinder dann ziemlich abgeschoben vorkommen – nicht gut genug, um bei den „Großen“ mitzuessen.

Ab dem Grundschulalter können Kinder schließlich ordentlich am Tisch sitzen, mit Besteck umgehen und geräuschlos essen und trinken. Die Kleinsten dürfen natürlich im Hochstuhl sitzen und sich bei Tisch auch mal „was erlauben“ ;-).

Mit Messer und Gabel essen

Bereits ab 3 Jahren können Kinder selbständig mit Löffel und Gabel essen, wie die Experten der BZgA in der Infografik dokumentieren. Sobald das Kind mit der Schere gut umgehen kann, ist es auch bereit, mit dem Messer das Essen zu schneiden. Bei meinen Kindern war das ab 5 Jahren der Fall, doch jedes Kind ist anders. Ich meine, ab 6 Jahren können alle Kinder selbständig mit Messer und Gabel essen.

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In diesem Alter leuchtet es den Kindern auch ein, das einmal berührte Besteck nicht mehr auf den Tisch zu legen. Schließlich entsteht so eine „Soßenbrücke“, über die die Soße wunderbar auf das Tischtuch wandert und dabei das ganze Messer verschmiert. Sollte es keine Soße geben, ist die „Ameisenbrücke“ sehr bildhaft: Die kleinen Tiere werden, angelockt vom Essensduft, das schräge Messer als Brücke benutzen…  Wie auch immer, am Ende versteht jedes Kind: Wenn ich fertig bin, lege ich das Besteck parallel auf meinen Teller.

Umgangsformen und Tischmanieren

Kürzlich hörte ich auf einer Veranstaltung eine Mutter sagen, ihr seien die üblichen Tischmanieren für ihre noch jungen Kinder gar nicht wichtig, nur rülpsen kann sie nicht haben! Ich denke hier anders: Schließlich prägen wir in jungen Jahren das Ess- und Trinkverhalten, genauso wie alle anderen Verhaltensweisen im Umgang miteinander auch. Und später kommen das erste geschäftliche Essen mit dem Chef oder das erste Date bestimmt. Da haben diejenigen einen großen Vorteil, die schon die grundlegenden Fertigkeiten und Verhaltensweisen unseres Kulturkreises am Tisch beherrschen. Denn schlechte Angewohnheiten lassen sich nur schwer wieder abgewöhnen, das wissen wir alle.

Bieten wir den Kindern also die Chance, sich in der Gesellschaft souverän zu verhalten, indem sie sich die respektvollen Umgangsformen und die üblichen Tischmanieren von uns abschauen. Da wir Eltern oftmals überzeugender wirken, wenn auch andere Personen dies erklären, gibt es am 30.06.18 eine gute Möglichkeit für alle Kinder von 8 – 12 Jahren: „Hilfe, ich bin eingeladen!“ Hier können die Kinder Umgangsformen und aktuelle Tischmanieren lernen und anwenden.

Ausgestattet mit den zeitgemäßen Umgangsformen und Tischmanieren, altersgerecht eingesetzt, werden Kinder in der Gesellschaft ihren Platz finden, nicht nur auf einer formellen Feier.

Ich freue mich, wenn Sie mir über Ihre Erfahrungen mit Kindern bei formellen Feiern und am Tisch berichten.

 

 

 

Kurz erklärt: Die Katze hilft beim Sitzen


Sie fragen sich, warum auf dem Foto der Startseite meiner Website eine Katze auf dem Schoß der Kinder sitzt? Sie finden es wie ich ziemlich unschön, wenn Kinder wie ein Sack zusammengesunken am Tisch sitzen, so dass sie fasst das Essen direkt vom Teller in den Mund schieben können?

Gerade sitzen mit der Katze

Dieses schöne Spiel mit der Katze hilft, das „Gerade sitzen“ am Tisch zu üben, ohne dass die Stimmung wegen der ständigen Ermahnungen kippt:

Die lebensgroße Stoffkatze nimmt auf dem Schoß des Kindes Platz und darf nicht runterfallen. Dazu muss ich gerade auf meinem Po sitzen, nicht zu weit weg und nicht zu nah an der Tischkante. Ungefähr eine Handbreit Abstand.

Das macht nicht nur den Kindern Spaß, auch Jugendliche finden es witzig, die Katze auf dem Schoß zu balancieren. Es ist dabei zu empfehlen, keine echte Katze auf den Schoß zu nehmen, wenn Sie Ihr Essen selbst einnehmen wollen ?.

Eine Maus dazu

Sollte der Rücken immer noch ein Problem sein, kommt die Maus ins Spiel: Die muss – gedacht oder als Stoffmaus – Platz zwischen Lehne und Rücken haben und darf nicht zerquetscht werden. Zudem bin ich mit meinem Körper eine Schutzwand zwischen Katz‘ und Maus. Für das aufrechte Sitzen hilft es dabei, die Hände auf den Tisch zu legen, wenn ich nicht esse. Ungefähr bis zum Handgelenk; damit ist auch gleich die übliche Haltung für Essen in Gesellschaft geübt.

Ich habe es ausprobiert; dieses Katz‘ und Maus Spiel macht Spaß und hilft. Später reicht dann nur der kurze Hinweis „Denk‘ an Katz‘ und Maus“.

Respektvolle Haltung

Warum sollen wir eigentlich gerade am Tisch sitzen? Eine medizinische Notwendigkeit besteht nicht, denn das Essen wird über die Speiseröhre in den Magen befördert – und die ist ein Muskel, der tatsächlich auch im Handstand funktioniert. Auch für den Rücken, ist es besser, nicht kerzengerade zu sitzen, sondern lieber angelehnt. Das entlastet die Bandscheiben, sagen Experten. Stimmt alles.

Das aufrechte Sitzen am Tisch gilt bei uns als respektvolle und wertschätzende Haltung gegenüber demjenigen, der das Essen zubereitet und angerichtet hat; ebenso gegenüber den Gesprächspartnern, die mit am Tisch sitzen. Bei Kindern kann ich zudem argumentieren, dass sie größer wirken und sich selbstbewusster fühlen, wenn sie sich aufrichten.

Später kann es wieder heißen „lümmeln und kuscheln bitte“, gerne auch mit Katze.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Ich freue mich, wenn Sie mir schreiben.

Der Frühling will begrüßt werden


Wir begrüßen den Frühling gerne mit großen und kleinen Ritualen. Mit einem Strauß bunter Tulpen oder einer betörend duftenden Hyazinthe auf dem Tisch, mit „Frühjahrsputz“ oder den ersten Frühlingsfesten. Ob der Frühling das so will, kann er uns nicht sagen. Wir aber wissen, dass ein Begrüßungsritual etwas mit Wertschätzung und Respekt zu tun hat. Ob ich dazu immer den Handschlag brauche?

Stimmt, der Handschlag gehört irgendwie zum „guten Benehmen“ in unserem Kulturkreis. Er drückt Respekt und Achtung vor dem anderen Menschen aus, er zeigt deutlich, dass die Kontaktaufnahme freundschaftlich und friedlich erfolgt.

Handschlag in der Geschichte

Schon die Ritter im Mittelalter gaben sich die rechte Hand, um ihre friedliche Absicht zu zeigen. Die linke Hand blieb sichtbar aus der Hosentasche: Ich habe keine Waffe. Alte römische Münzen zeigen den Händedruck als Zeichen von Eintracht und Gemeinschaft.

Quelle

Namaste

Anders, wenn man sich zum Beispiel in Südasien wie Indien oder Thailand begrüßt: Die Handflächen werden aneinander gelegt, mindestens auf Höhe der Brust. Verbunden mit dem vielleicht aus dem Yoga bekannten, gesprochenen Gruß „Namaste“ und einer leichten Verbeugung. Je höher die Hände, desto mehr Respekt wird dem Gegenüber entgegengebracht. Doch Achtung: Namaste ist nicht mit einem locker dahingeworfenen „Hallo“ zu vergleichen, es bedeutet frei übersetzt „Ich grüße das Göttliche in Dir“ und ist verbunden mit Hochachtung vor dem anderen Menschen.

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Ausnahmen

Doch zurück zum Handschlag. Wenn zwei sich treffen, können sie sich so gut begrüßen. Das geht nicht immer. Zum Beispiel ist es durchaus angebracht, wenn ich zu einer Gesellschaft von 12 Personen und mehr komme, die bereits rund um einen Tisch mit Gläsern und brennenden Kerzen sitzen, leicht auf den Tisch zu klopfen und einen freundlichen Gruß in die Runde zu sprechen. Wer will schon sein Getränk auf dem Schoß, weil er sich zum Gruß umdrehen bzw. aufstehen muss. Somit habe ich als Begrüßender den anderen ebenfalls Respekt gezeigt.

Auch wenn ich stark erkältet bin, empfiehlt es sich, die Hand genau aus diesem Grund nicht zum Gruß zu reichen. Der oder die zu Begrüßende wird es Ihnen danken. Diese Vorgehensweisen zählen übrigens zu den aktuellen „Knigge“ Umgangsformen.

Kinder und Jugendliche

Wenn sich Kinder in der Grundschule begrüßen, rufen sie sich meist ein einfaches „Hallo“ oder „Hi“ zu, oft respektvoll mit dem Namen des Begrüßten. Bei Jugendlichen gelten untereinander ganz eigene Regeln, die Erwachsenen manchmal seltsam anmuten. Komplizierte Kombinationen aus Handflächen, Faust, Ellenbogen und anderen Körperteilen. Die jungen Mädchen bevorzugen eher die freundschaftliche Umarmung.

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Ist das jetzt nicht im Sinne eines „guten Benehmens“? Selbstverständlich! Je nachdem, auf welche Leute und wo ich mich treffe – die Begrüßung sollte anlassgerecht, doch stets freundlich sein. Bei den Jugendlichen gilt: Je komplizierter oder inniger der Gruß, desto höher die Verbundenheit.

Angesagt bleibt der Handschlag immer, finde ich, wenn ich als Gast andere zu Hause besuche: Zur Begrüßung wie auch zur Verabschiedung, egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsene. Damit zeige ich Respekt und Dankbarkeit, in private Räume eintreten zu dürfen.

Bloß nicht

Was gar nicht geht, ist die Verweigerung der ausgestreckten Hand: Damit kränke ich meinen Mitmenschen zutiefst, der mir schließlich respektvoll begegnet. Würden wir denn auch die ersten Frühlingsboten ablehnen?

Welche Fragen beschäftigen Sie, wenn es um Begrüßung und Bekannt machen geht? Ich freue mich, wenn Sie mir schreiben.

Ein Feuerwerk an guter Laune


Feuerwerk, Umgangsformen und Tischkultur – wie passt denn das zusammen? Warum halte ich es für wichtig, das auch Kinder und Jugendliche schon mal was davon gehört haben? Das lesen Sie in meinem ersten Blogbeitrag.

Ein Feuerwerk hat jeder schon mal erlebt: Zur Hochzeit, zum Stadtjubiläum, zum Sportevent oder zum Jahreswechsel. Mal laut, mal leise. Mal zischend, mal knallend. Mal funkelnd, mal bunt. Auf alle Fälle immer wieder ein „Ohh“ wert.

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So vielfältig wie das Feuerwerk, so vielfältig ist auch das Leben: Mal laut, mal leise. Mal glücklich, mal ärgerlich oder traurig. Mal allein und mal in Gesellschaft. Und das ist auch gut so. Wie langweilig wäre es, wenn jeder Tag gleich wäre. „Dauerndes Glück ist Langeweile“, sagte schon Oswald Spengler (deutscher Philosoph).

Feuerwerk des Lebens

Ob extrovertiert oder introvertiert, also gerne erzählend mitten in einer großen Ansammlung von Menschen oder eher ruhig und zuhörend – gerne auch mal allein und unabhängig: Irgendwann finden wir uns alle in Gesellschaft wieder. Da sind wir wieder beim Feuerwerk –beim Feuerwerk des Lebens: Was gibt es nicht für unterschiedliche Möglichkeiten, in Gesellschaft zu sein: Begonnen zu zweit beim Candle Light Dinner oder gemütlich zu Hause auf dem Sofa, die kleine Runde beim Abendessen zu Hause oder im Restaurant, geschäftlich oder privat, bis hin zu größeren Feierlichkeiten, Geschäftsessen, Netzwerktreffen und, und, und. Da fallen Ihnen selbst bestimmt noch viele Anlässe ein.

Anlässe und mein Blog

Anlässe – das ist das Stichwort. In meinem Blog werde ich Alltagssituationen, Begebenheiten und gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen. Es wird Vorschläge und Tipps zum passenden Umgang in der jeweiligen Situation geben, miteinander und beim gemeinsamen Essen.

Ich zähle allerdings nicht zu denen, die Quatsch machen verteufeln und strenge Sitten einführen wollen! Sondern ich finde es wichtig, dass allen klar ist, auch schon Kindern und Jugendlichen: Alles zu seiner Zeit! Bereits Adolph Freiherr von Knigge, einer der Urheber des anlassgerechten Verhaltens, hat damals erkannt: „Lerne den Ton der Gesellschaft anzunehmen, in welcher Du Dich befindest.“ (Zitat aus seinem Buch „Über den Umgang mit Menschen“).

Was wäre eine Party ohne Quatsch! Doch gibt es eben anderen Anlässe, da wäre das Herumalbern völlig fehl am Platz, z.B. bei einem festlichen oder geschäftlichen Essen. Dann gibt es da noch die Verhaltensformen, die immer gelten: Beim Essen am Tisch zu Hause, in der Mensa oder Mittagsbetreuung. In der Schule, mit den Freunden oder der Familie. Darum geht es: Für ein respektvolles Miteinander Möglichkeiten kennen lernen, die eben genau dies zur Folge haben. Hier ein hilfsbereites „Ich hebe es auf“ , da ein nettes „Vielen Dank“ oder einfach ein freundlicher Gruß.

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Orientierung für Kinder und Jugendliche

Bei dieser Fülle an Möglichkeiten, gemeinsam mit anderen, auch anderen Kulturen, zusammen zu treffen, brauchen meiner Ansicht nach vor allem Kinder und Jugendliche Orientierung. „Was gilt für mich? Was gilt wann?“ Diese Fragen können wir ihnen beantworten durch eigenes Vorleben, und auch im begleiteten Üben von Verhaltensregeln im Umgang miteinander und am Tisch. Sie lernen so, was gut ankommt.

Das Grundschulalter ist ideal dafür. Auf die Frage „Wozu brauchen wir Gesetze?“ antworten 6 -7 Jährige, damit für alle die gleichen Regeln gelten. Die 8 – 10Jährigen werden schon etwas abstrakter und sagen, damit man weiß, was man darf und was nicht. Und die 10 -12 Jährigen erkennen, dass man Gesetzte braucht, damit eine Gesellschaft funktioniert. Es erfolgt gedanklich also eine Entwicklung von der persönlichen, konkreten Denkweise zur abstrakten, allgemeinen Denkweise. Dies haben der Hirnforscher Norbert Herschkowitz und der Lernforscher Manfred Spitzer beobachtet (vgl. deren CD „Warum Lernen Spaß macht“, Alter: 6 – 10 Jahre).

Nutzen wir diese Erkenntnisse und legen die Weichen für das spätere Leben. Am Ende der Pubertät können die gelernten Umgangsformen und Tischmanieren verfeinert werden – für die neuen Anforderungen, die das gesellschaftliche Leben an die jungen Menschen stellt.

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Mein Wunsch

Mein Wunsch ist es, dass Kinder und Jugendliche verinnerlichen, dass es eben nicht um eine aufgesetzte, antrainierte Darstellung meiner selbst geht. Sondern um ein der Situation entsprechendes, doch immer respektvolles, tolerant es und wertschätzendes Verhalten. Anlassgerecht eben.

„Lass uns leben wir ein Feuerwerk“, so singt Wincent Weiss. Ein Feuerwerk der guten Laune ist mit einem Verhalten, dass die Person und den Anlass achtet, jeden Tag möglich. Für mich selbst und für meine Mitmenschen.

In der Terminliste finden Sie die anstehenden offenen Workshops – es kommen regelmäßig neue hinzu. Oder sprechen Sie mich direkt an – gerne gestalten ich mit Ihnen individuelle Workshops oder Projekttage. Ich freue, wenn Sie mir schreiben oder mich anrufen!